#Dubistdemokratie

Vom Glück in einer Demokratie zu leben #DubistDemokratie

Meine Großeltern sind kurz vor dem Mauerbau mit ihren Kindern aus der DDR nach Westdeutschland geflüchtet. Meine Großeltern konnten viele Dinge einfach nicht länger ertragen. Meinem Großvater war es nicht mehr erlaubt in seinem Beruf zu arbeiten, die Familie mußte ihre Meinung in Bezug auf politische Dinge für sich behalten und wurde in beinahe allen Lebenslagen durch den Staat eingeschränkt.
Mein Mann und ich hingegen sind im Westdeutschland mit seinen demokratischen Strukturen aufgewachsen. Wir kennen es nicht mit unserer politischen Meinung hinter dem Berg zu halten. Wir kennen nicht die Angst vor der Staatssicherheit wenn wir mit anderen Menschen über Dinge sprechen, die uns angehen.
Noch viel weniger wissen unsere Kinder was es bedeutet in einer Diktatur zu leben. Und das ist gut so.

Und nun kommt das ABER. Wenn das so bleiben soll, dann müssen alle Demokratie leben und wir müssen den Grundgedanken von Demokratie unseren Kindern vorleben und weitergeben.

Doch was ist Demokratie?

Sprechen wir von Demokratie, meinen wir die Staatsform, die wir hier in Deutschland seit 1949 haben. Zuvor gab es zwischen 1918 und 1933 schon einmal eine ähnliche Staatsform, die aber aus verschiedenen Gründen nicht tragfähig war. Aus diesem Grund konnte der Nationalsozialismus die Macht an sich reißen und den einzelnen Bürger entmündigen.

Demokratie ist ein Begriff aus dem Griechischen und bedeutet frei übersetzt Herrschaft des Volkes. Im Grundgesetz sind grundsätzliche Regeln des gemeinsamen Miteinander geregelt, unter anderem auch die Staatsform (Artikel 20,1 GG): Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. Es bedeutet aber nicht nur, daß alle Bürger die gleichen Rechte besitzen (Artikel 3, GG) sondern auch die gleichen Pflichten.
Jeder darf seine Meinung frei äußern (Artikel 5, GG), so lange sie nicht gegen das Grundgesetz verstößt.
Auch Ehe und Familie sind geschützt in der deutschen Demokratie. (Artikel 6, GG). Im gleichen Artikel werden auch Mütter hervorgehoben: Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft. (Artikel 6,4 GG). Weshalb eigentlich nicht auch Väter oder gleich Eltern?

Wie erklär ich es meinem Kind?

Wie erkläre ich meinem Kind, wie wichtig Demokratie ist und welche Bedeutung das für unser Leben hat?
Das ist gar nicht so schwierig wie es zunächste scheint. Meine Kinder sind schon in einem Alter, in dem sie prima verstehen können, was ohne Demokratie passieren würde. Wir unterhalten uns immer mal wieder darüber und gerade im Gespräch ergeben sich immer wieder spannende Gesichtspunkte:
Zunächst könnten wir könnten wahrscheinlich unsere Verwandtschaft im Ausland nicht mehr besuchen. Viel schlimmer wäre aber noch das Denkverbot, wie es die Große so treffend beschreibt. Zu Hause darf jeder seine Meinung sagen und wir akzeptieren sie auch. Ohne Demokratie unmöglich. Man würde in ständiger Angst leben aus nicht nachvollziehbaren Gründen staatlich verfolgt zu werden. Ganz schlimm wäre, daß keine Polizei und kein Richter helfen würde. Es gäbe Urteile ohne faire Verhandlungen.
Kleinere Kinder verstehen Demokratie anhand von Beispielen sehr gut. Martina nimmt Playmobilfiguren zu Hilfe.
Die Jüngste faßt Demokratie so zusammen: „Demokratie ist, wenn wir drei Kinder für Schwimmbad sind und die Eltern dann auch mitmüssen. Ob sie wollen oder nicht!“

Was können wir für die Demokratie tun?

Ohne die Beteiligung der Bürger gäbe es keine Demokratie. Nur wer mitmacht kann auch mitbestimmen und Einfluß nehmen. Dinge mitverändern.

Unsere Stimme erheben wenn uns Themen berühren

Am Beispiel der Mütter, die laut Grundgesetz besonderen Schutz genießen: Es klingt alles so toll, aber hier gibt es noch viel zu tun. Noch geben wir Mütter das Recht auf Selbstbestimmung mit dem positiven Schwangerschaftstest in der Hand ab. Wir haben zum Beispiel keine echte Wahlfreiheit wenn es um das Thema Geburt geht, weil man uns die Hebammen nimmt (hier geht es zum Hebammenprotest). Erschreckend, wo das endet. Nicht zuletzt dort, wo man plötzlich alleine ohne Hebamme ist, weil sie  im Nebenraum eine andere Geburt unterstützt.
Genauso wenig Wahlfreiheit besteht beim Thema Vereinbarkeit. Ob und wie viel ich arbeite so lange meine Kinder klein sind. Und wer bestimmt, wann sie alt genug sind?

Egal, ob mit oder ohne Kind. Als Frau muss man sich behaupten, sich von Fragen zur Familienplanung distanzieren, bekommt weniger Lohn für gleiche Arbeit. Von sexuellen Anspielungen und geringerer Wertschätzung möchte ich gar nicht reden.
Miriam, Dada & die Liebe

Also muß ich auf Mißstände aufmerksam machen. Natürlich immer in dem mir möglichen Rahmen. Daß der Rahmen anfangs scheinbar klein sein kann, später aber zu einer lauten Stimme werden kann, beweist uns Christine Finke immer wieder. Die Journalistin und Bloggerin wird nicht müde auf die Probleme von Alleinerziehenden aufmerksam zu machen und findet immer mehr Ohren bei den Medien und in der Politik. Sie hat auf das neue Unterhaltsvorschussgesetzt mit hingewirkt und dem Thema eine Stimme verliehen.

Vom Wahlrecht Gebrauch machen

Wir haben das Recht unsere Stimme abzugeben. Denjenigen zu unserem Vertreter zu wählen, der uns und unsere Anliegen mutmaßlich am Besten vertreten kann. Ich finde aber, wir haben die Pflicht zu wählen. Nicht zu wählen spielt den Populisten und Extremisten in die Hände. Denn die Anhänger derer, die unserer Demokratie Schaden zufügen wollen und unsere Rechte beschneiden möchten, die gehen auf jeden Fall zu Wahl. Das Beispiel der letzten Abstimmung in der Türkei macht das mehr als deutlich.
Geht zur Wahl, nehmt Eure Kinder mit und zeigt Ihnen ihre Möglichkeiten der Mitbestimmung! Denn #DubistDemokratie!

Wir sollten alle WÄHLEN gehen, denn ohne uns, ohne dich und mich, da gibt es bald keine Demokratie mehr! Jede Stimme zählt

Petra, Allerlei Themen

Diskussionsbereitschaft

Nicht jeder vertritt meine politische Meinung. Trotzdem muß ich im Gespräch bleiben. Meinen Standpunkt vertreten und immer wieder hinterfragen, ob der Gegenüber nicht doch gute Argumente hat. Relativ einfach machbar, wenn wir beide politisch eher in der Mitte angesiedelt sind. Schwerer, wenn der Eine extreme Meinungen und Ansichten sein Eigen nennt. Auch wenn es sich manchmal wie ein Kampf gegen Windmühlen anfühlt. Wir können nur im Gespräch bleiben, um unsere Mitbürger nicht an die Populisten zu verlieren.

Geht nicht der Hetze der Populisten auf den Leim. Diskutiert mit Eurem Umfeld. Überzeugt sie von der Wichtigkeit der anstehenden Wahlen. Klärt sie über die Populisten auf. Auch im Kleinen können wir ganz viel tun.

Tanja, Murmelmum

Und jeder sollte populistische Nachrichten zweimal hinterfragen ob er sie für bare Münze nimmt. Gerade wenn sie so schön in das eigene Weltbild paßt. Quellen prüfen und vor allem nach der Absicht der Nachricht suchen: was will der Autor damit erreichen. Oft löst sich dann ganz viel vermeintliche Wahrheit im Nichts auf.

Eltern prägen die Gesellschaft von morgen!

Wir als Eltern tragen eine große Verantwortung: in unserer Obhut lebt die Gesellschaft von morgen. Wenn wir unseren Kindern eine demokratische Staatsordnung wünschen, dann müssen wir ihnen vermitteln, wie wichtig Demokratie ist und daß jeder einzelne von uns etwas dafür tun kann. Denn #DUBISTDEMOKRATIE, der Staat kann immer nur so demokratisch sein wie seine Einzelteile: der einzelne Bürger.


Dir liegt das Thema Demokratie am Herzen? Dann mach mit bei der Blogparade #Dubistdemokratie von Allerlei Themen und Tollabea. Schreibe darüber auf Deinem eigenen Blog oder teile ein Bild mit dem Hashtag auf Deinen sozialen Kanälen.


Hier gibt es schon viele wunderbare Beiträge zum Thema:

  1. Demokratie ist wichtig für die Zukunft unserer Kinder: Die Anderl
  2. Den Kindern kann man mit Playmobil erklären weshalb Nichtwälen das Schlimmste ist: Jolinas Welt
  3. Wir alle können etwas verändern. Auch wenn politisch aktiv sein nicht einfach ist: Kind und Studium
  4. Wahlrecht ist auch Wahlpflicht: Wheelymum
  5. Meine Kinder sollen politisch aufwachsen! Murmelmama
  6. Demokratie müssen wir vorleben: Motzmama
  7. Natürlich ist Familie auch immer politisch: StadtLandMama
  8. Die Demokratie braucht Euch Frauen! Frau Chamaillon
  9. Nur in einer Demokratie kann ich meine Träume verwirklichen: Hallo liebe Wolke
  10. Warum ich meinem Baby das Buch eines Holocaust-Überlebenden kaufte: Eva meint`s gut
  11. Gehst Du wählen? Impressions of Life
  12. Die Ehe ist die kleinste Demokratie: Glucke und so
  13. Wer ist eigentlich der Bestimmer? Perlenmama
  14. Vereinbarkeit: Heute ist Musik

 

4 comments On Vom Glück in einer Demokratie zu leben #DubistDemokratie

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