Spielend Programmieren lernen

Weshalb denn Programmieren lernen? – fragt Ihr Euch sicher. Aber es geht nicht darum, daß alle Kinder Cracks auf diesem Gebiet werden, sondern die Grundlagen digitaler Kompetenz erwerben. Dinge wie: Daten speichern und einfachere Anweisungen geben. Sie sollen runter von der Couch und vom Konsumenten zum Produzenten werden. Denn diese digitale Welt ist ihre Welt. Und die sollen sie aktiv mitgestalten. Da aber nicht alle Eltern fit im Coding sind, gibt es tolle Spielsachen, wie KosmoBits, die learning by playing bieten. Auch für Eltern.

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Wir sind hineingewachsen, die Kinder wurden in die digitale Welt hineingeboren

Ich wuchs in einer durchaus technik- und computeraffinen Familie auf. Der erste richtige Computer zog bereits Mitte der Achtziger bei uns ein. Aber nur für die Arbeit.
Später bekamen meine Brüder einen Commodore 64 und ich fand die Kästchen, die man ansteckte, um ein Jump and Run-Spiel zu spielen sehr faszinierend. Als ich vor knapp 30 Jahren -ich war zehn- den alten PC-10 bekam, verfügte ich darüber hinaus auch über einen eigenen, alten Nadeldrucker. Was war ich stolz! Einer meiner Brüder lieh mir das Buch „Von Null auf DOS“ (für die, die es nicht mehr wissen, DOS bedeutet Microsoft Disk Operating System, und war der Vorläufer des Windows-Betriebssystems) und ich probierte alles aus. Und mit alles meine ich tatsächlich auch alles. Zwischendrin hatte ich das komplette Betriebssystem gelöscht. Es kostete mich 10 Tafeln Schoki an meinen Bruder, der das Ganze wieder herstellen mußte.

telefon
Ich kenne diesen Apparat noch in Aktion. Meine Kinder erkennen ihn kaum als Telefon wieder.

Langsames Hineinwachsen in die Welt von Computer und Handy

So bekam ich nach und nach die abgelegten Computer meiner Geschwister. Irgendwann dann sogar mit CD-Rom Laufwerk und buntem Monitor. Die Entwicklung schritt für meine Begriffe langsam voran. Bis Ende der Neunziger der Stein so richtig ins Rollen kam und das mp3-Format erfunden wurde, das tragbare Telefon in die Hosentasche paßte. -Und das heilige Internet seine Tore für Otto und Lischen öffnete und wir uns mittel Modem ins Internet piepsten.
Und dennoch, die Entwicklungen waren überschaubar und verlief in kleinen Schritten.

Hineingeboren in eine digitale Welt

Die Zehnjährige und ihre achtjährige Schwester spielten noch Telefon, indem sie Tippbewegungen machten. Die Jüngste ist lediglich 4 1/2 Jahre jünger als die Große und hat schon immer gewischt vor dem Telefonieren.
Alle drei benutzen das Tablett ohne Berührungsängste und kennen wahrscheinlich mehr Funktionen als ich.
Doch wenn es um die Basics geht, ist noch wenig Wissen vorhanden. Neben dem Studium habe ich Computerkurse für Kinder ab Kindergartenalter gegeben und war immer wieder überrascht, wie interessiert und wißbegierig Kinder doch auf diesem Gebiet sind.
Da gerade die Große lieber selbst entdeckt und ausprobiert, haben wir den KosmoBits Baukasten  getestet.

KosmoBits – Spielen, Programmieren und digitales Tüfteln

Die Kosmos Experimentierkästen gab es übrigens auch schon in meiner Kindheit und ich fand es damals schon spannend experimentierend die Welt zu entdecken.

Gaming

  • zunächst wir die Anleitung studiert (Hinweis: wird der Schritt übersprungen, kann es schon mal zu Fehlern kommen. Hat die Große getestet).
Zunächst wird die Anleitung gelesen und das Gamepad zusammengebaut. Dann kann es schon losgehen.
Zunächst die Anleitung gelesen und das Gamepad zusammenbauen. Dann kann es schon losgehen
  • Jetzt geht´s los, gestartet wird mit einem Video-Spiel! Dazu muß man sich die kostenlose KosmoBits-App auf Tablet oder Smartphone laden,  das Gamepad und die SensorBots zusammenbauen und schon kann man sich ins Abenteuer stürzen.
  • Zusammen mit den Figuren des Spiels Lilly und Max überwindet man bis zu 15 Level. Beim Spielen sammelt man  kleine Code-Monster ein und erlebt die Steuerung mit den vier Sensoren. Für unterschiedliche Aufgaben benötigt man unterschiedliche Sensoren.
  • Wenn es langweilig wird, kann man eigene Level kreieren. Das macht auch zusammen mit Anderen Spaß!
allekinder_spielen_kosmobits

Zwar gibt es nur ein Gamepad, trotzdem ist KosmoBits ein Entdeckerspiel für mehrere: zusammen Aufgaben lösen und abwechselnd springend und rennen.

Coding

Sobald das Spiel den Spieler in seinen Bann gezogen hat ist er auch schon mittendrin im Erlernen der Programiersprache Arduino (Quelloffen/Open Source). Denn die Aufgabe ist, Max aus dem Computerspiel zu befreien. Und das klappt nur, wenn alle beschädigten Codeteile repariert sind.
Die Überlegung ist: Welcher Code-Schnipsel passt in welche Lücke? Um das herauszufinden, muß man analysieren, welche Funktionen die Codemonster im Code erfüllen. Am Ende weiß der Spieler, welcher Code welche Aktion auslöst.

Jetzt kann es mit dem Programmeschreiben losgehen. Das Spiel hat die wichtigsten Codes vermittelt. Die können nun am PC neu verknüpft werden.
Aber keine Angst vor der Herausforderung, das Anleitungsheft von KosmoBits zeigt Schritt für Schritt, wie man dabei vorgehen muß. Von A wie „Arduino-Software auf den PC installieren“, über I wie „Interaction-Board “ bis hin zu W wie „die Welt der Microcontroller“.Im Heft sind einige Ideen für neue Programme erklärt.

Making

Wenn die Grundlagen gelegt sind, ist es Zeit eigene Projekte zu entwickeln. Es gibt unzählige Möglichkeiten, mit den vier Sensoren Programme zu erfinden: z.B. den Schubladenwächter, um die Süßigkeiten vor den Geschwistern zu schützen oder ein Programm, das testet, ob das Licht im Kühlschrank tatsächlich aus ist, wenn die Tür geschlossen ist.

Ist man erst mal in die Tiefen von Arduino eingestiegen, gibt es nahezu endlose Möglichkeiten seine Ideen umzusetzen.

Was sagt das Kind?

Erst ewig Anleitung lesen fand sie nervig, was sich aber schnell legte. Schwierigkeiten machte die Bluetooth-Verbindung. Das klappte nicht auf Anhieb, scheint aber ein bekanntes Problem zu sein.
Das Spiel zog sie sofort in seinen Bann und das Selbsterstellen weiterer Level scheint unheimlich Spaß zu machen. Wenn Freunde zu Besuch sind, werden sie sofort mit in die Spielewelt hineingezogen und gemeinsam scheint es noch mehr Spaß zu machen.

Spielend programmieren lernen
Völlig vertieft sitzt die Große vor dem Tablett und löst Codeingaufgaben.

Mein Fazit

Es ist definitiv kein Spielzeug, das nach wenigen Tagen langweilig wird. Die Zehnjährige nutzt es tatsächlich täglich und probiert sehr viel aus. Dennoch ist sie noch nicht beim eigentlichen Programmieren angekommen und ich denke der Schritt braucht auch noch ein bißchen. Noch sind nicht alle vorgegebenen Aufgaben entdeckt und durchgespielt. Aber sie ist auf dem besten weg spielend Programmieren zu lernen.
Ich kann den KosmoBits Experimentierkasten für diejenigen Kinder wärmstens empfehlen, die Lust am Entdecken, Tüfteln und Ausprobieren haben und die spielerisch in die Welt des Programmierens eingeführt werden sollen.

Meine Frage an Euch

Viele BloggerkollegInnen haben dieses Spiel mit ihren Kindern getestet. Darunter habe ich aber nur ein einziges weiteres Mädchen gefunden.
Woran liegt das? Interessieren sich Mädchen nicht dafür? Wird es ihnen nicht angeboten?

-> Ich freue mich sehr Eure Meinung dazu zu hören!<-


Infos zum Spiel

kosmobits_unboxing

KosmoBits

Alter: ab 10 Jahren
Kosmos Verlag, 2016
EAN: 4002051620141
Art.-Nr.: 62014
Preis: ab 110 €


 

 

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1 comments On Spielend Programmieren lernen

  • Wow. Auf sowas hätte ich sogar als Erwachsene Lust auszuprobieren. Tolle Sache und vor allem die Mädchen sollten viel öfter zu solch einem Spielzeug greifen und nicht nur zu Einhorn und Prinzessin Elsa.
    Lg Anke

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