Wenn die Seele Nahrung braucht

Nö, ich bin kein Frustesser und versuche auch keine kleinen Zwerginnenseelen mit Essen zu trösten. Nur für den Fall, daß die heutige Überschrift diese Schlußfolgerung dem werten Leser nahelegt.

Zwergin No.1 ist eine Denkerin. Sie muß alles hinterfragen und erforschen. Bisher hatte ich oft gedacht, diese ewige Fragerei diene lediglich der Beschäftigung von Erwachsenen. Die Lektüre verschiedener pädagogischer Ratgeber und Gespräche mit Fachleuten bestätigten mir meine Fehleinschätzung.
Die große Zwergin ist ein sogenanntes Schlaukopfkind (Quelle: Kaniak-Urban: Jedes Kind hat seine Stärken, 2003), daß seine Neugier durch gezielte Fragen zu stillen versucht. Regeln befolgten diese Kinder nur, deren Sinn sie durchschaut haben. In der Schule erhoffen sie sich befriedigende Antworten auf ihre Fragen.
Genauso meine Zwergin. Doch der Schulalltag bietet wenig Platz für spezielle Fragen und so ist die Zwergin oft frustriert und verliert so langsam die Lust an der Schule.
Bitte nicht falsch verstehen, die Klassenlehrerin kann gar nicht auf alle Fragen eines einzelnen Schülers eingehen. Aber ich fühle mich so hilflos und  mir tut meine Zwergin sehr leid. Sie hat sich vor etwas über einem Jahr so unglaublich auf die Schule gefreut und lebt jetzt in gewisser Weise auf Sparflamme, weil sie ihre Fragen nicht beantwortet bekommt und ihre Neugier nicht ausreichend gestillt wird.
Zu Hause versuchen wir nun den Wissensdurst zu befriedigen, indem wir auf ernsthafte Fragen auch ernsthaft eingehen. Altersgemäß versteht sich. Eine der heutigen Fragen zum Beispiel, wie genau eine Eileiterschwangerschaft vor sich geht, möchte ich einer Siebenjährigen noch nicht haarklein beantworten.

Als sie neulich besonders frustriert aus der Schule kam, hatte sie die Idee, man könne doch statt Zimt auch Äpfel in Schnecken wickeln. Gesagt getan, wir haben beobachtet, wie die Hefe den Teig nach oben treibt, wie der Sauerstoff in der Luft die Äpfel braun werden läßt und wie Zitronensaft dies verhindert. Karamell eingekocht und schmerzvoll erfahren (ich), wie heiß Zucker werden kann. Und gemeinsam den weichen Teig, die fruchtigen Äpfel und das süße Karamell gekostet. Und dabei überlegt, was der Zucker mit dem Speichel an den Zähnen macht.

Das half ein bißchen. Wissenshunger vorübergehend gestillt. Seele gestreichelt.
Wollt Ihr auch mal?

Apfel Karamell Schnecken

300g Dinkel mahlen, mit 200g Weizenmehl1 Ei, 50g Zucker
50 g Butter und 20g Hefe verkneten, bis sich der Teig vom Boden löst.
1h an einem warmen Ort gehen lassen.
100g Zucker mit 100g Sahne aufkochen, bis sich die Masse karamellbraun verfärbt. 
Dann 40g Butter hinzugeben.
Etwas auskühlen lassen.
4 kleine Äpfel entkernen und schälen. Klein schneiden.
Den Teig ausrollen, Äpfel darauf verteilen und das Karamell darüberträufeln.
Aufrollen und in ca. 3cm breite Streifen schneiden.
In eine Form aufrecht nebeneinander stellen und noch einmal 30 min gehen lassen.
Ofen auf 200°C vorheizen.
Die Schnecken auf mittlerer Schiene etwa 15 min backen.
Über Form, Farbe, Geruch und Zutaten philosophieren oder einfach genießen!
Gruß
Suse

4 comments On Wenn die Seele Nahrung braucht

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    Mit freundlichen Grüßen,
    Rezeptefinden.de

  • Oh Suse,
    Ihr macht das super! Ich war auch so ein „Schlaukopfkind“ (den Begriff lese ich hier allerdings zum ersten Mal) & für meine Eltern war das manchmal glaube ich recht stressig. Bei der weiterführenden Schule hatte ich dann noch großes Glück, am Humanistischen Gymnasium waren noch viel mehr von unserer Sorte, die Uni war dann aber nichts mehr für mich. Geschadet hat´s mir alles nichts, hab mir meine Neugier bewahrt & bin ein Mensch mit der Fähigkeit zum glücklich sein geworden ; )
    Alles Gute Dir und Deiner Familie
    Grüße
    Nike

  • Liebe Suse
    Ich finde es ganz wunderbar, dass ihr euer „Schlaukopfkind“ ernst nehmt und auf seine Fragen eingeht!
    Die Apfelschnecken sehen sehr lecker aus! Danke für das tolle Rezept!
    Ha en fin helg!
    Liebe Grüsse
    Doris

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